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Salzgehalt im Brot: Unterstützung durch Münchner Bundestagsabgeordnete

Auch wenn die ersten “Friedensangebote” der EU-Kommission abgegeben wurden: Der Kampf gegen die Einschränkungen des Salzgehaltes durch die Vorgaben der EU-Kommission geht weiter. Die Bäcker-Innung München hat daher Münchner Bundes- und Europapolitiker angeschrieben und darauf hingewiesen, dass nach den Vorstellungen der EU-Kommission Laugenbrezen, Salzstangerl, benetztes Brot aber auch viele herkömmliche Brotsorten durch die Nährwertprofile als „ungesund“ diskriminiert werden würden. Die Rückantworten der Politiker stärken dem traditionellen Bäckerhandwerk den Rücken. Dr. Peter Gauweiler antwortet beispielsweise: „Die EU-Kommission darf mit ihrem Versuch, die Verbraucher vor irreführender Werbung zu schützen, nicht über das Ziel hinausschießen und in bayerische Handwerkstraditionen eingreifen.“ Ins selbe Horn stößt der Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser: „Dass die Brüsseler Bürokraten hier allerdings wieder übers Ziel hinaus geschossen sind, ist klar erkennbar.“ Deutlicher wird der Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Peter Uhl: "Es ist traurig, mit welch seltsamen Absichten die EU-Kommission ihre Autorität beschädigt.“ Auch für Bundestagsabgeordneten Johannes Singhammer zeigt die Vorgehensweise der EU-Kommission „überdeutlich, wie absurd die Brüsseler EU-Bürokratie immer weiter auszuufern droht. Dieser offenbar ungebändigten Regelungswut muss dringend Einhalt geboten werden."

 Während deutsches Brot einen Salzgehalt von etwa 1,5% bis 2,0 % - bezogen auf die Mehlmenge - enthält, hatte die EU-Kommission vorgegebenen, dass Brot nur noch einen maximalen Salzgehalt von 1% haben dürfe, sonst dürfte es in der Werbung nicht mehr als „gesund“ bezeichnet werden. Dagegen laufen die Bäcker Sturm, weil Brot mit lediglich 1% Salz fade und pappig schmecke. Außerdem beruhe die Berechnungsgrundlage, auf der die EU-Kommission ihre Nährwertprofil-Verordnung aufbaue, auf einem falschen Warenkorb. Die EU gehe von einem durchschnittlichen Tagesverzehr von 5 - 7 Scheiben Brot täglich aus, was einer Jahresverzehrsmenge von 91,25 kg entspreche. Tatsächlich liege die Menge jedoch niedriger (laut Vereinigung „Getreide-, Markt- und Ernährungsforschung“ GMF bei 85,3 Kilo, errechnet aus dem Verbrauch an Getreidemahlerzeugnissen, in dem jedoch auch andere, nicht gesalzene Gebäcke inklusive Kuchen etc. enthalten sind. Andere Zahlen sprechen von einem jährlichen Brotverzehr von 49,2 kg - 65,7 kg). Umgerechnet auf den Salzverbrauch ergebe sich damit ein ganz anderes Bild für Brot.

 Dem jüngsten „Friedensangebot“ von EU-Kommissionspräsident Barroso trauen die Bäcker nicht. Laut Barroso sollen „traditionelle“ Brotsorten von der Salzregelung ausgenommen werden. „Solange jedoch niemand weiß, was traditionelle Brotsorten sind, wird sich das Bäckerhandwerk gegen den Regelungswahn der EU sträuben“, so Günter Deppisch, Geschäftsführer der Bäcker-Innung München.